Am 28.10.26 um 19:30h bei uns:
Der projektive Antizionismus des iranischen Regimes
Stephan Grigat
Die Politik des iranischen Regimes und seiner Verbündeten sind nur zu verstehen, wenn man den antisemitischen Kern der Ideologie der iranischen Machthaber und der Terrorarmeen an den Grenzen Israels ins Zentrum der Analyse rückt. Der projektive Antizionismus der iranischen Islamisten gründet auf islamischem Antijudaismus, verschwörungsmythischemAntisemitismus mit Bezügen zum Nationalsozialismus und Holocaustleugnung. Nur vor diesem Hintergrund lässt sich die militärische Antwort Israels auf den 7. Oktober und auf die iranische Bedrohung verstehen. Auch stellt sich die Frage, inwiefern die Bündnispolitik Israels im Rahmen der Abraham Accords ein Gegengewicht zur iranischen Achse des antisemitischen Terrors und eine Gegenerzählung zur Ideologie des projektiven Antizionismus schaffen kann. Der Vortrag erörtert, inwiefern die israelischen und US-amerikanischen Schläge gegen das iranische Regime, sein Nuklearwaffenprogramm und seine Verbündeten in der Region als praktizierte Antisemitismuskritik zu verstehen sind und inwiefern sie die Voraussetzung für eine Verbesserung der Situation im Nahen und Mittleren Osten darstellen.
Stephan Grigat ist Professor für Theorien und Kritik des Antisemitismus an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen und Leiter des Centrum für Antisemitismus- und Rassismusstudien [CARS] in Aachen und Köln. Er ist Autor von „Vom Antijudaismus zum Hass auf Israel: Interventionen zur Kritik des Antisemitismus“ (Budrich 2025) und Herausgeber der Bände: „Kritik des Antisemitismus in der Gegenwart“ (Nomos 2023) und – gemeinsam mit Karin Stögner – „Projektiver Antizionismus: Antisemitismus gegen Israel vor und nach dem 7. Oktober“ (Nomos 2025).
Der Vortrag findet im Rahmen der Reihe „Das Gerücht über den Judenstaat: Zu Zionismus und Antizionismus“ der Gesellschaft für kritische Bildung statt. Im Anschluss an den Vortrag gibt es einen offenen Stammtisch der Berliner Ortsgruppe.